Schafwolle: Das biobasierte und biologisch abbaubare Biotextil
Schafwolle ist ein wertvolles landwirtschaftliches Nebenprodukt. In Deutschland gibt es etwa 1,6 Millionen Schafe, von denen jährlich etwa 6.400 Tonnen Rohwolle durch die Schur gewonnen wird. Aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften – sie ist atmungsaktiv, feuchtigkeitsausgleichend und schwer entflammbar – eignet sich Schafwolle zur Herstellung von Bekleidung und Teppichen, als Dämmstoff und als umweltfreundlicher Luftfilter. Allerdings wird der Großteil der Wolle aktuell nicht gewinnbringend vermarktet, sondern verschenkt, als Langzeitdünger genutzt oder kostenpflichtig entsorgt. Gründe hierfür sind unter anderem die schlechten Marktpreise, die für deutsche Schafwolle gezahlt werden. Gleichzeitig kommen in der Landwirtschaft sowie im Garten-, Landschafts-, Wasser- und Straßenbau immer noch Geotextilien wie Mulch- und Spargelfolien, Erntevliese oder Steinwoll-Pflanzsubstrate zum Einsatz, die aus fossilbasierten Fasern bestehen.Das Vorhaben GaLaWool zielt darauf ab, kostengünstige Biotextilien aus ungenutzter und ungewaschener Schafwolle in Kombination mit Pflanzenfasern herzustellen und diese in regionale industrielle Wertschöpfungsnetze zu integrieren. Die biobasierten Materialien bieten eine umweltfreundliche Alternative zu fossilbasierten Geotextilien. Dafür werden bekannte Technologien und Maschinen, die in den letzten 20 Jahren von den Mitgliedern des Projektkonsortiums etabliert wurden, weiterentwickelt und skaliert. Geplant ist der Aufbau einer Produktionslinie, die den Übergang des bisherigen Prozesses (TRL 6) zur industriellen Dimension (TRL 8) ermöglicht. Die ungewaschene Wolle wird hygienisiert und zu vielseitigen Biotextilien wie Mulchfolien, Vegetations- und Erosionsschutzmatten sowie Pflanzsubstraten verarbeitet, die in der Landwirtschaft sowie im Garten-, Landschafts-, Wasser- und Straßenbau eingesetzt werden. Durch die beteiligten industriellen Partner ist die Umsetzung im industriellen Maßstab mit GaLaWool in den nächsten drei Jahren möglich. Der analytisch-transdisziplinäre Ansatz des Projekts zielt darauf ab, Potenziale wirtschaftlicher Anschlussfähigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Gewinnung der Schafwolle bis zur Verwertung der erzeugten Produkte – zu erschließen. Durch die Zusammenarbeit mit Praxispartnern werden die Produkte vom Pilotmaßstab bis zur Praxisreife geführt und eine Verwertung der Projektergebnisse sichergestellt.
| Projektübersicht | |
|---|---|
| Akronym | GaLaWool |
| Status | Laufend |
| FKZ | 13BDC80020 |
| Förderprogramm | Förderprogramm Industrielle Bioökonomie (von 12.2020) |
| Projektlaufzeit | 01.01.2026 - 31.12.2028 |
| Fördermittelgeber | Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) |
| Abschlussbericht | - |
| Kontakt | Brödner, Dr. Romy; Siebenhühner, Eva |
| Projektwebsite | - |