Pilotanlage für erneuerbares Methan
Die Pilotanlage, die am Deutschen Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH innerhalb des Vorhabens „Pilot-SBG | Bioressourcen und Wasserstoff zu Methan als Kraftstoff“ errichtet wurde, ist eine Forschungs- und Demonstrationsplattform im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr im Rahmen der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung. Am 18. März 2025 wurde die Pilotanlage offiziell in Betrieb genommen.
Die Pilotanlage verbindet im Kern die anaerobe Fermentation ausgewählter Rest- und Abfallstoffe mit der anschließenden Methanisierung des entstehenden Biogases. Vor- und nachgeschaltet sind zudem innovative Prozesse zur Steigerung der Ressourceneffizienz und Bereitstellung wertiger Nebenprodukte. Der bei der Methanisierung eingesetzte Wasserstoff erhöht dabei deutlich den Methanertrag des Gesamtprozesses.
In den Betriebskampagnen sollen zunächst agrarische Nebenprodukte in Form von Stroh und Rindergülle als auch urbane Abfälle wie Biogut und Grüngut regional bezogen und verarbeitet werden. Die Prozesskette besteht im Wesentlichen aus der spezifischen Vorbereitung der Rohstoffe, der anschließenden optionalen Vorbehandlung mittels eines hydrothermalen Prozesses, der anaeroben Vergärung zu Biogas in drei parallelen Fermenterlinien unterschiedlicher Bauart, der katalytischen Methanisierung des CO2 im Biogas mit Hilfe von Wasserstoff sowie der Aufbereitung der Gärreste. Für die Gärrestaufbereitung stehen verschiedene Aggregate einer Separationskaskade inklusive optionaler hydrothermaler Nachbehandlung zur Verfügung. Im Ergebnis entsteht an der Pilotanlage erneuerbares Methan als Hauptprodukt. Nach derzeitigem Planungsstand ist davon auszugehen, dass im finalen Pilotbetrieb monatlich 0,2 – 1,2 t Rohstoffe verarbeitet und daraus zwei Pkw-Tankfüllungen erneuerbares CNG bereitgestellt werden.
Die Darstellung der gesamten Prozesskette in einer Anlage ist deutschlandweit in dieser Größenordnung einzigartig. Die Pilotanlage dient dem Erkenntnisgewinn beispielsweise zum Zusammenspiel von Komponenten und Apparaten oder dem Einfluss von Prozessparametern auf dessen Stabilität und Ausbeute. Ihre Kapazität ist so gewählt, dass sie eine für Forschung und Entwicklung ausreichende sowie kostentechnisch darstellbare Flexibilität mit sich bringt. Nach den ab 2023 geplanten Betriebskampagnen wird die Anlage als Technologieplattform für Forschung und Entwicklung gleichermaßen Akteuren aus Wissenschaft und Wirtschaft zur Verfügung stehen und ist so gestaltet, dass flexibel unterschiedliche Technikmodule eingesetzt werden können. In begrenztem Umfang kann sie für diese Zwecke auch bereits während der Projektlaufzeit Pilot-SBG genutzt werden.
Technischer Überblick
Verschaffen Sie sich einen technischen Überblick zu jedem Modul der Pilotanlage für erneuerbares Methan auf dem Gelände des Deutschen Biomasseforschungszentrums in Leipzig.
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Führungen
Sie sind an einer Führung durch die Pilotanlage für erneuerbares Methan auf dem Gelände des Deutschen Biomasseforschungszentrums gemeinnützige GmbH interessiert?
Betriebs- und Baudokumentation
Vom Biomüll zu erneuerbarem Methan: Zweite Betriebskampagne gestartet
In der Pilotanlage startete die zweite Phase zur Erzeugung von erneuerbarem Methan aus Bioabfall. Der aufbereitete Biomüll wird anaerob vergoren, Biogas zu Methan aufbereitet und zusätzlich Methan aus dem beinhalteten CO₂ mit Wasserstoff methanisiert. Fokus: Prozessoptimierung und höhere Methanausbeute durch Vorbehandlung.
Wir produzieren Biogas!
Im Zuge der Inbetriebnahme einer Pilotanlage zur Herstellung von erneuerbaren Methan am DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH wird im ersten Schritt wertvolles Biogas aus Stroh und
Rindergülle gewonnen.
Baufortschritt der Pilotanlage
Seit Mai 2022 werden sukzessive die Module der Pilotanlage zur Herstellung von erneuerbaren Methan installiert, sodass nach der Inbetriebnahme die Machbarkeit der Prozesskette in Form eines stabilen Anlagenbetriebs demonstriert werden kann.
Baustart der Pilotanlage
Am 31. Mai 2022 fiel der Startschuss für den Aufbau der Pilotanlage auf dem Gelände des DBFZ in Leipzig. Der Baubeginn wurde vom Projektteam des DBFZ wie auch beteiligten Firmen feierlich begleitet.










