Katalytische Methanisierung und Gasreinigung

Das Biogas wird aus den Fermentern gewonnen, gereinigt und durch die Methanisierung zu hochreinem Methan (CH4) aufbereitet, das nach DIN EN 16723-2 als Kraftstoff nutzbar ist. Zunächst werden Schadstoffe wie Schwefelwasserstoff (H2S) bei Umgebungstemperatur aus dem Biogas entfernt. Danach wird das Gas komprimiert, erhitzt und gefiltert. Anschließend wird Wasserstoff (H2zugesetzt, der im temperierbaren Rohrreaktor mit dem Kohlenstoffdioxid (CO2) aus dem Biogas reagiert. Dabei entsteht Methan und das Nebenprodukt Wasser, das in einer Kondensatfalle abgeschieden wird. Das Ergebnis: ein Gas mit deutlich höherem Methangehalt (> 95 %) und minimalem CO2-Anteil – ideal als Kraftstoff oder für chemische Prozesse.

Der Rohrreaktor enthält ein Festbett mit Katalysator und ist in drei Temperaturzonen regelbar. Automatische Luftkühlung verhindert Überhitzung. Neben dem Betrieb mit echtem Biogas kann die Anlage auch mit Reingasen wie Methan, CO oder Wasserstoff betrieben werden. Das ermöglicht präzise Tests neuer Katalysatoren, schnelle Messungen unterschiedlicher Gaszusammensetzungen und Langzeitversuche unter kontrollierten Bedingungen. Die Pilotanlage ist hochautomatisiert, flexibel einsetzbar und bietet die Möglichkeit, Methanisierung mit anderen Prozessen zu koppeln – ideal für die Forschung und Entwicklung neuer Verfahren zur Nutzung von Biogas.

Technische Details

Methanisierungsreaktor

Volumen: 570 ml
Druck: max. 25 bar
Temperatur: max. 420 °C
Drei Zonen: elektrisch beheizbar
Katalysatoren: Nickel auf Ceroxid, Aluminiumoxid

Adsorber-Behälter

Einbindung: in Reihe oder einzeln
Volumen: 73,6 l (pro Adsorber-Behälter)
Adsorber-Material: Metalloxide, Aktivkohle

Produktgas

Produzierte Menge: 2,47 m³/d
Methangehalt: > 95 Vol.-%

Betriebsarten

Normalbetrieb: mit Biogas
Syngasbetrieb: mit technischen Gasen
Besonderheit: Rezirkulation von Produktgas möglich

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