MOOReturn – Projektübersicht

Story of MOOReturn

Was ist MOOReturn?

Das Modell- und Demonstrationsvorhaben MOOReturn verbindet Moor-Revitalisierung mit wirtschaftlicher Wertschöpfung in der Region Malchin. Durch die schrittweise Wiedervernässung von mehreren hundert Hektar Moorflächen entlang der Oberen Peene wird eine jährliche THG-Einsparung von etwa 5.000 Tonnen erreicht werden.

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt, getragen von neun Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kommunalverwaltung, erforscht innovative Aufbereitungstechniken für Paludibiomasse und deren vielfältige Verwertungswege. Insbesondere die Produktpfade Papier- und Verpackungsmaterial, für Faserplatten & Baustoffe sowie chemische Grundstoffe stehen im Fokus.

Die Aufbereitungsanlage für Moorbiomasse wird im Maßstab einer Industrieanlage in der Modellregion Malchin errichtet. Die Verarbeitung soll rückstandsfrei erfolgen, wodurch ebenfalls die Herstellung von Düngemitteln aus Nebenprodukten des Aufbereitungsprozesses untersucht wird.

Neben ökologischen Vorteilen durch reduzierte Treibhausgasemissionen und erhöhte Biodiversität werden wirtschaftliche Anreize für Landwirte geschaffen. Die eingesetzte florafuel®-Aufbereitungsverfahren ermöglicht eine flexible Verarbeitung verschiedener Biomassen und stellt damit eine belastbare Wertschöpfungskette sicher.

Erfahren Sie mehr über das innovative florafuel®-Verfahren.

Die Bedeutung von Mooren: Natürliche CO₂-Speicher im Fokus

Früher galten Moore als unwirtlich. Nasse Flächen, schwer zu bewirtschaften – man legte sie trocken, machte sie nutzbar, gewann Land. In vielen Regionen war das ein Zeichen von Fortschritt.

Heute zeigt sich eine andere Geschichte. Unter der Oberfläche dieser Landschaften lagert seit Jahrtausenden etwas Wertvolles: Kohlenstoff. Moore speichern ihn wie ein riesiger Tresor. Solange sie nass sind, bleibt er gebunden. Doch wenn sie entwässert werden, öffnet sich dieser Tresor – und das gespeicherte CO₂ gelangt in die Atmosphäre.

Was lange übersehen wurde, rückt nun in den Mittelpunkt: Moore sind stille Verbündete im Klimaschutz. Obwohl sie nur einen kleinen Teil der Landfläche ausmachen, haben sie eine enorme Wirkung auf das Klima.

In vielen Regionen beginnt deshalb ein Umdenken. Wasser kehrt zurück auf Flächen, die einst trockengelegt wurden. Mit ihm kehrt auch die Fähigkeit der Moore zurück, Kohlenstoff zu speichern und Lebensräume für spezialisierte Pflanzen und Tiere zu bieten.

Die Geschichte der Moore ist damit noch nicht zu Ende – sie wird neu geschrieben. Nicht mehr als Hindernis, sondern als Teil der Lösung.

Lösungsansatz: Paludikultur

Paludikultur ist eine Lösung für den Klimaschutz und die nachhaltige Nutzung wiedervernässter Moore. Durch nasse Bewirtschaftung werden CO₂-Emissionen gestoppt und der Torf erhalten. Gleichzeitig wachsen Pflanzen wie Seggen oder Binsen auf den Moorflächen Malchins, die als Rohstoffe genutzt werden können. So verbindet Paludikultur Klimaschutz mit neuer regionaler Wertschöpfung.

Erfahren Sie mehr über Paludikultur hier.

MOOReturn's Ziele

Das Gesamtziel von MOOReturn ist die langfristige Verknüpfung von Moorbodenschutz mit der Wertschöpfung aus der Verwertung von Moor‑Biomasse durch Paludikultur. Daraus ergeben sich die folgenden vier spezifischen Unter-Zielstellungen für das Modell- und Demonstrationsvorhaben:

  1. Die Umsetzung möglichst großflächiger Revitalisierung entwässerter Moorflächen und die Optimierung der Wasserstände bereits revitalisierter Moore in der Region um Malchin (Mecklenburgische Seenplatte).
  2. Demonstration eines wirtschaftlichen, rückstandsfreien Aufbereitungsverfahrens zur Verwertung von Moorbiomasse im Industriemaßstab in der Region um Malchin.
  3. Der ganzheitliche Nachweis der ökonomischen Tragfähigkeit und positiven Klimawirkung der Nutzung nasser Moore unter Beachtung gesellschaftlicher Aspekte in der Region um Malchin.
  4. Etablierung und Stärkung von Netzwerken anhand einer zielgruppenspezifischen Kommunikation und dem Wissenstransfer auch auf Basis interaktiver und digitaler Werkzeuge in der Region um Malchin und in die Landesebene.

 

Aufteilung der Arbeitspakete nach den MOOReturn-Zielen