Projektinformationen

MOOReturn's Ziele

Das Gesamtziel von MOOReturn ist die langfristige Verknüpfung von Moorbodenschutz mit der Wertschöpfung aus der Verwertung von Moor‑Biomasse durch Paludikultur. Daraus ergeben sich die folgenden vier spezifischen Unter-Zielstellungen für das Modell- und Demonstrationsvorhaben:

  1. Die Umsetzung möglichst großflächiger Revitalisierung entwässerter Moorflächen und die Optimierung der Wasserstände bereits revitalisierter Moore in der Region um Malchin (Mecklenburgische Seenplatte).
  2. Demonstration eines wirtschaftlichen, rückstandsfreien Aufbereitungsverfahrens zur Verwertung von Moorbiomasse im Industriemaßstab in der Region um Malchin.
  3. Der ganzheitliche Nachweis der ökonomischen Tragfähigkeit und positiven Klimawirkung der Nutzung nasser Moore unter Beachtung gesellschaftlicher Aspekte in der Region um Malchin.
  4. Etablierung und Stärkung von Netzwerken anhand einer zielgruppenspezifischen Kommunikation und dem Wissenstransfer auch auf Basis interaktiver und digitaler Werkzeuge in der Region um Malchin und in die Landesebene.

Aufteilung der Arbeitspakete nach den MOOReturn-Zielen

Story of MOOReturn

Warum braucht es MOOReturn?

MOOReturn zeigt, wie Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung zusammen gedacht werden können. Entwässerte Moore sind große Treibhausgasquellen – ihre Wiedervernässung bietet enormes Potenzial zur CO₂-Einsparung. Gleichzeitig entstehen durch die Nutzung nasser Flächen neue Perspektiven für Landwirtschaft und regionale Wertschöpfung.

Das Projekt vereint neun Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kommunalverwaltung, die gemeinsam praxisnahe Lösungen entwickeln – von der Wiedervernässung bis zur Nutzung von Moorbiomasse.

Gefördert wird MOOReturn vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und dient als Modell für eine nachhaltige Landnutzung in Moorregionen.

Die Bedeutung von Mooren: Natürliche CO₂-Speicher im Fokus

Früher galten Moore als unwirtlich und wurden großflächig entwässert, um sie landwirtschaftlich nutzbar zu machen – ein Zeichen von Fortschritt. Heute wissen wir: In Mooren ist über Jahrtausende Kohlenstoff gespeichert, der im nassen Zustand gebunden bleibt, bei Entwässerung jedoch als CO₂ freigesetzt wird.

Obwohl Moore nur einen kleinen Teil der Landfläche ausmachen, haben sie eine enorme Bedeutung für das Klima. Ihre Wiedervernässung macht sie wieder zu effektiven Kohlenstoffspeichern und wertvollen Lebensräumen.

In vielen Regionen setzt deshalb ein Umdenken ein: Wasser kehrt zurück auf ehemals trockengelegte Flächen, und mit ihm die natürliche Funktion der Moore.

MOOReturn greift diesen Wandel auf und trägt damit zur Zielvereinbarung zum Klimaschutz durch Moorbodenschutz bei – und zeigt, wie Moore vom Problem zur Lösung werden können.

Mehr Informationen zur Moorschutzstrategie.

Paludikultur ist eine Lösung für den Klimaschutz und die nachhaltige Nutzung wiedervernässter Moore. Durch nasse Bewirtschaftung werden CO₂-Emissionen gestoppt und der Torf erhalten. Gleichzeitig wachsen Pflanzen wie Seggen oder Binsen auf den Moorflächen Malchins, die als Rohstoffe genutzt werden können. So verbindet Paludikultur Klimaschutz mit neuer regionaler Wertschöpfung.

Mehr Informationen zur Paluidikultur.

Herausforderungen der Paludikultur

1. Anpassung der landwirtschaftlichen Nutzung

Die Umstellung auf wiedervernässte Moorböden erfordert einen grundlegenden Wandel in der Bewirtschaftung. Bestehende landwirtschaftliche Systeme müssen an dauerhaft hohe Wasserstände angepasst werden, was neue Kulturen, angepasste Technik und veränderte Erntemethoden notwendig macht.

2. Technische Anforderungen der Biomassenutzung

Die entstehende Moorbiomasse ist feucht, heterogen und schwer zu handhaben. Dadurch entstehen hohe Anforderungen an Ernte, Lagerung, Transport und Aufbereitung, die spezielle technische Lösungen und neue Prozessketten erfordern.

3. Wirtschaftliche Transformation

Neue Wertschöpfungsketten müssen erst entwickelt werden. Märkte für Produkte aus Paludikultur sind noch im Aufbau, was Unsicherheiten für Betriebe und Investitionen mit sich bringt.

4. Gesellschaftliche und planerische Abstimmung

Die Umstellung betrifft unterschiedliche Interessen von Landwirtschaft, Naturschutz, Eigentum und Klimaschutz. Diese müssen in Planungs- und Beteiligungsprozessen miteinander in Einklang gebracht werden.

Moorwandel in Malchin – vernetzt gedacht

Die Wiedervernässung von Mooren markiert einen grundlegenden Paradigmenwechsel. Sie bedeutet nicht nur ökologische Wiederherstellung, sondern auch eine Neuausrichtung der Landnutzung für Eigentümerinnen und Eigentümer sowie landwirtschaftliche Betriebe.

Im Projekt MOOReturn wird dieser Wandel systematisch umgesetzt – entlang zentraler Arbeitspakete:

AP1 – Moorrevitalisierung & Bewirtschaftung:

Großflächige Wiedervernässung und Entwicklung von Nutzungskonzepten für nasse Moorflächen (Paludikultur).

AP2 – Verwertungstechnologien:
Entwicklung und Demonstration eines innovativen Verfahrend zur Aufbereitung und Nutzung von Moorbiomasse, z. B. für Bau- oder Industrieanwendungen.

AP3 – Klimawirkung & Monitoring:
Wissenschaftliche Begleitung zur Bewertung von Treibhausgasemissionen und ökologischen Effekten.

AP4 – Kommunikation & Transfer:
Einbindung aller relevanten Akteure durch Dialogformate wie Runde Tische, Feldtage, Informationsveranstaltungen und Vor-Ort-Termine.

Gerade die enge Verzahnung dieser Arbeitspakete ist entscheidend: In Runden Tischen kommen Landwirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Naturschutz zusammen, um Maßnahmen gemeinsam zu entwickeln. Feldtage und Flächenbegehungen ermöglichen praxisnahe Einblicke in neue Bewirtschaftungsformen und Technologien.

So entsteht Schritt für Schritt ein gemeinsames Verständnis für die unterschiedlichen Anforderungen und Möglichkeiten. Die Moorflächen werden nicht nur revitalisiert, sondern auch zukunftsfähig genutzt. Neue Ansätze wie die Ernte und Verwertung von Moorbiomasse eröffnen wirtschaftliche Perspektiven – etwa für die Bauindustrie oder andere biobasierte Branchen.

Der Ansatz zeigt: Durch die Kombination aus Revitalisierung, Technologieentwicklung, Monitoring und Dialog lassen sich Klimaschutz, wirtschaftliche Interessen und regionale Entwicklung erfolgreich miteinander verbinden.