2. Arbeitspaket – Moor-Biomasse Verwertung & Vermarktung
Vom Moor zum Rohstoff: Die Aufbereitung von Moor-Biomasse
Die stoffliche Nutzung von Moorbiomasse aus wiedervernässten Flächen eröffnet neue Rohstoffpotenziale für biobasierte Wertschöpfungsketten. Das Arbeitspaket adressiert die gesamte Prozesskette – von der Charakterisierung des Ausgangsmaterials bis zur industriellen Anwendungsreife – und bietet damit konkrete Anknüpfungspunkte für Unternehmen aus Chemie-, Bau-, Papier- und Verpackungsindustrie.
Schwerpunkte der Moor-Biomassen Verwertung & Vermarktung
1. Materialcharakterisierung & Prozessanpassung
Moorbiomasse (Schilf und Seggen) weist gegenüber klassischen Biomasseströmen deutlich abweichende Eigenschaften auf – hoher Feuchtegehalt, variable Faserstrukturen, wechselnde Dichten. Im Rahmen systematischer Vorversuche an der Pilotanlage in München bei der Werner Gmbh werden zentrale Prozessparameter (Zerkleinerung, Waschung, Entwässerung, Trocknung) gezielt auf diese Materialeigenschaften abgestimmt, um ein homogenes, industriell nutzbares Faservorprodukt zu erzeugen.
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2. Aufbereitungstechnologie im Demonstrationsmaßstab
Mit der florafuel®-Technologie entsteht in Malchin eine skalierbare Demonstrationsanlage zur kontinuierlichen, teilautomatisierten Aufbereitung von Moorbiomasse. Sie bildet die technische Grundlage, um Prozessparameter unter realen Bedingungen zu erproben und für eine spätere industrielle Übertragung zu validieren.
3. Anwendungsentwicklung für Bau-, Papier- und Verpackungsindustrie
An der Universität Bonn werden aus dem Faservorprodukt erste Materialmuster – u. a. Faserplatten und Papierprodukte – hergestellt und hinsichtlich physikalischer, mechanischer und thermischer Eigenschaften geprüft. Die Ergebnisse liefern belastbare Entscheidungsgrundlagen für Industriepartner, welche Produktlinien sich für eine Weiterentwicklung eignen – von Dämm- und Verbundwerkstoffen im Bausektor bis zu Faserprodukten für die Papier- und Verpackungsindustrie.
4. Kreislaufwirtschaft & Nebenstromnutzung
Auch anfallende Nebenprodukte wie Prozesswasser und Verbrennungsasche werden systematisch vom DBFZ analysiert und für eine stoffliche Nutzung – etwa zur Düngergranulat-Herstellung – aufbereitet. Damit wird die Rohstoffkette konsequent im Sinne einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft geschlossen.
Die im Projekt erarbeiteten Materialdaten, Prozessparameter und Prüfergebnisse schaffen eine fundierte Grundlage, um Moorfasern als neuen, klimafreundlichen Rohstoff in bestehende Produktionsprozesse zu integrieren. Das Potenzial besteht für Unternehmen aus Bau-, Papier-, Verpackungs- und angrenzender Chemieindustrie.
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