Pflanzenkohle und Vermikompost für Ernährungssicherheit in Sidama

01.07.2026

In Sidama produzierten Kleinbäuer:innen innerhalb eines einzigen Monats sieben Tonnen Pflanzenkohle und zeigen damit, wie Klimaschutz und eine verbesserte landwirtschaftliche Produktivität Hand in Hand gehen können.

In Feldversuchen wurde die Pflanzenkohle mit (Wurm-)Kompost vermischt und als Pflanzenkohle-basierter Dünger (PbD) in den Boden eingebracht. Die positiven Auswirkungen auf die Bodengesundheit und das Pflanzenwachstum zeigen sich bereits deutlich sichtbar. Das Foto unten vergleicht zwei Mais-Bohnen-Parzellen: Für die Parzelle auf der linken Seite wurde herkömmlicher Mineraldünger genutzt, während die Parzelle auf der rechten Seite mit BBF behandelt wurde.


In enger Zusammenarbeit mit geschulten Gutachtern sammelten die Landwirte die Daten, die für die Zertifizierung der dadurch geschaffenen Kohlenstoffsenke erforderlich waren. Die „Global Artisan C-Sink“-Zertifizierung bietet den Landwirten die Möglichkeit, durch Emissionszertifikate zusätzliche Einnahmen zu erzielen und gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit und -resilienz durch BBF zu verbessern.

Mit Blick auf die Zukunft baut das Projekt zudem seine Partnerschaften mit Agro-Industrieparks in Yirgalem und Dilla aus. Ziel ist es, Avocadokerne direkt vor Ort in Pflanzenkohle umzuwandeln, wodurch eine Kreislauflösung entsteht, die sowohl eine nachhaltige Abfallwirtschaft als auch eine klimafreundliche Landwirtschaft unterstützt.

 

Verbesserte Wurmkompostierung für hochwertige Düngemittel

Da die Düngemittelpreise mit jeder neuen globalen Krise weiter steigen, gewinnen lokale Nährstofflösungen für Kleinbäuer:innen zunehmend an Bedeutung. Ein vielversprechender Ansatz ist die Wurmkompostierung – also die Herstellung von Kompost durch Regenwürmer –, die weithin als eine der wertvollsten Formen organischen Düngers gilt. In Äthiopien hat die Wurmkompostierung bereits durch lokale Initiativen und den Wissensaustausch unter Landwirt:innen deutlich an Bedeutung gewonnen.

Es besteht jedoch noch erhebliches Potenzial, die Herstellung von Wurmkompost zu verbessern. Die meisten traditionellen Wurmkompostbehälter arbeiten im Chargenbetrieb: Sie werden einmal befüllt und bei der Ernte vollständig geleert. Das ist jedoch arbeitsintensiv und verringert die Produktivität der Würmer, da diese während der Reifephase nicht gefüttert werden und später von Hand aus dem Kompost aussortiert werden müssen. Durchlaufsysteme bieten hingegen eine effizientere Alternative. Frisches Ausgangsmaterial wird von oben zugeführt, während der fertige Kompost unten entnommen wird, was den Arbeitsaufwand verringert und eine kontinuierliche Produktion ermöglicht.

Im Rahmen des ETH-Soil-Projekts werden entsprechend angepasste Behälter gebaut, um diese Vorteile in der Praxis zu demonstrieren. In Kombination mit der Pflanzenkohleproduktion – die durch das Projekt bereits in mehreren Regionen Äthiopiens erfolgreich eingeführt wurde – könnte dieses System ein wichtiger Schritt hin zu mehr Ernährungssicherheit und landwirtschaftlicher Selbstversorgung werden.


Verbesserte Wurmkompostbehälter mit Öffnungen im Boden zur laufenden Beerntung