Kocherproduktion in Äthiopien geht in die nächste Phase

17.03.2026

Im Rahmen einer Reise nach Äthiopien besuchten die ETH-Soil-Teammitglieder Clement Owusu-Prempeh und Jan Kossack die Produktionsstätten des neuen Michuu Cookstove, um den Stand der lokalen Herstellung zu prüfen und sich mit Partnerorganisationen über laufende sowie geplante Aktivitäten auszutauschen. Während der Reise wurden mögliche Produktionsengpässe identifiziert, die institutionelle Bereitschaft zur Skalierung bewertet sowie finanzielle und operative Aspekte mit relevanten Akteuren besprochen.

Der Pyrolysekocher, der am DBFZ in Leipzig entwickelt wurde, wird derzeit in den Werkstätten des Oromia Agricultural Research Institute (OARI) in Jimma/Dedo und Asella/Kofele gefertigt. Aktuell werden 50 Exemplare für eine anstehende Testphase gefertigt. Daher besuchte das DBFZ-Team alle Standorte der Werkstätten und Lehmgruben, um den Produktionsfortschritt zu begleite 

In Addis Abeba stellte das Team den Michuu Kocher einem größeren Publikum vor. Die öffentliche Präsentation des Kochers fand im Rahmen der von der Ethiopian Clean Cooking Alliance (ECCA) organisierten Veranstaltung „Talk Energy Ahead (TEA)“ statt. Dabei wurde der Kocher äthiopischen und internationalen Fachleuten vorgestellt und seine technischen Merkmale sowie das Potenzial für Emissionsreduktion und Bodengesundheit praktisch demonstriert. Themen wie Pyrolyse-Technologie, Energiegewinnung aus landwirtschaftlichen Reststoffen, Biochar-Nutzung für Bodensanierung sowie lokale Produktionsmodelle standen dabei im Fokus. An der Veranstaltung nahmen über 60 Vertreterinnen und Vertreter aus Regierung, Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft teil – ein Zeichen für die Vielfalt und Dynamik des äthiopischen Clean-Energy-Sektors.

Die anschließende Train-the-Trainer Session bot erneut Möglichkeit zum engen Austausch mit Expert:innen der ECCA und OARI, die wertvolles Feedback und gute Impulse für die Weiterentwicklung des Kochers lieferten.

 

Mit der Präsentation des Michuu Cookstove wurde ein bedeutender Schritt auf dem Weg zu sauberer und nachhaltiger Kochenergie für ländliche Haushalte getan. Das ETH-Soil-Projekt sieht in den kommenden Monaten die Testphase in Zielgruppen, die Lizenzierung sowie den weiteren Ausbau der Partnerschaften vor. Die Resonanz bei den Produzierenden, den Partnern, Institutionen, Expert:innen und Multiplikator:innen war durchweg positiv: Es herrscht starkes Interesse und Engagement innerhalb Äthiopiens, die Transformation zu nachhaltigen Kochlösungen voranzutreiben.