Erntemengen Agrar


Hinsichtlich landwirtschaftlicher Rohstoffe zeichnet sich das Lausitzer Revier durch hohe Roggen- und Silomaiserntemengen aus. In den Landkreisen Görlitz und Bautzen finden sich hohe Erntemengen an Weizen, Gerste und Zuckerrübe. In Relation zu den bundesweiten Erntemengen zeigt sich, dass im Jahr 2018 jeweils 40 % der Winterraps- und Roggenernte, 25% der Gersten- und Weizenernte, etwa 15 % der Zuckerrüben- und Silomaisernte sowie 10% der Kartoffelernte im erweiterten Einzugsgebiet der Reviere eingefahren wurden. Weiterhin befinden sich in diesem etwa 19 % des Geflügel-, 14 % des Rinder- und 12 % des nationalen Schweinebestands. Mit Blick auf die Fischereiwirtschaft wird deutlich, dass etwa 70 % der sächsischen Produktion auf die beiden Landkreise Bautzen und Görlitz entfällt.


Allein 40 % der deutschen Winterraps- und Roggenernte wurden im Jahr 2018 eingefahren

Die Abbildung zu den Erntemengen ausgewählter Feldfrüchte im erweiterten Einzugsgebiet steht in direktem Zusammenhang zur Karte „Flächen zur biogenen Rohstofferzeugung im erweiterten Einzugsgebiet 2018“ (). Sie zeigt die Erntemengen biogener Rohstoffe in den betrachteten Regionen. Die Mengen beziehen sich  auf die Erntemengen in Tonnen Frischmasse (t FM) für ausgewählte und das Einzugsgebiet repräsentative Feldfrüchte.



» Download: Erntemengen ausgewählter Feldfrüchte im erweiterten Einzugsgebiet 2018 [Grafik] [Daten]


Sachsen-Anhalt sticht im Vergleich mit ca. 8,8 Mio. t FM Erntemenge aller abgebildeten Feldfrüchte heraus, gefolgt von Brandenburg mit 7 Mio. t FM. Aufgrund höherer Flächenerträge verschiebt sich das Verhältnis von den flächenrelevanten Getreidesorten (wie z.B. Weizen) zugunsten von Silomais und Zuckerrübe, welche größere Erntemengen auf weniger Fläche liefern. 

Werden die Erntemengen der vier deutschen Bundesländer zusammen genommen und ins Verhältnis zur gesamtdeutschen Erntemenge gesetzt, lassen sich die folgenden Erkenntnisse ableiten: Jeweils 40 % der Winterraps- und Roggenernte, ein Viertel der Gersten- und Weizenernte, 15 % der Zuckerrübenernte, 14 % der Silomaisernte und ein Zehntel der Kartoffelernte wurden 2018 in den vier Bundesländern eingefahren. Für die landwirtschaftlichen Erntemengen sind die angrenzenden polnischen und tschechischen Gebiete von geringerer Bedeutung.




» Download: Holzeinschlag und Erntemengen 2018 [Grafik] [Daten]


Die Abbildung enthält die Erntemengen ausgewählter Feldfrüchte im erweiterten Einzugsgebiet 2018, umgerechnet in Tonnen Trockenmasse (t TM). Mit dieser Darstellung werden nach Abzug des Rohwassers die Holzeinschlags- und Erntemengen vergleichbar gemacht. Die Mengenverhältnisse zwischen den Feldfrüchten verschieben sich aufgrund unterschiedlich hoher Wassergehalte. So haben Zuckerrüben mit ca. 77 % einen vergleichsweise hohen Wassergehalt gegenüber Getreide mit ca. 14 %. Auf die Trockenmasse bezogen, hat die Getreideernte (Weizen, Gerste und Roggen) in den vier Bundesländern den größten Anteil an der Gesamterntemenge aller ausgewählten Feldfrüchte. 


Bei den Erntemengen ist zu berücksichtigen, dass die Erträge bei den Anbaukulturen im Bezugsjahr 2018 aufgrund klimatischer Gegebenheiten verglichen mit vorherigen Jahren stark eingebrochen sind. Die Entwicklung der Erntemengen wird nachfolgend im zeitlichen Verlauf, d.h. als langjähriges Mittel, betrachtet. 


Im Mitteldeutschen Revier vor allem Schweine und Geflügel, im Lausitzer Revier Rinder und Fisch

Neben dem Anbau von Feldfrüchten zählt die Tierhaltung ebenso zum primären Sektor. In Brandenburg, Sachsen. Sachsen-Anhalt und Thüringen werden hauptsächlich Rinder, Schweine und Geflügel zur Erzeugung tierischer Produkte wie Eier oder Milch und zur Fleischerzeugung gehalten.



» Download: Bestand an Rindern und Schweinen (2018) sowie Geflügel (2016) [Grafik] [Daten]


Im Vergleich der vier Bundesländer untereinander, werden in Sachsen-Anhalt die meisten Schweine und das meiste Geflügel gehalten – in Brandenburg die meisten Rinder. Die vier Bundesländer stellen zusammen 19 % des Geflügel-, 14 % des Rinder- und 12 % des nationalen Schweinebestands. Den größten Anteil an der bundesweiten Viehhaltung nehmen im Vergleich Niedersachen, Nordrhein-Westfalen und Bayern ein.


Die Landkreise Bautzen und Görlitz erzeugen 70 % des sächsischen Fischs aus Aquakulturen


Im direkten Vergleich der vier Bundesländer wurde 2018 in Sachsen mit Abstand am meisten Fisch aus Aquakulturen erzeugt. Allein 70 % der sächsischen Produktion entfällt dabei auf die Landkreise Bautzen und Görlitz, welche dem Lausitzer Revier zuzuordnen sind. Die erzeugte Menge Fisch aus Aquakulturen aller vier Bundesländer entspricht etwa 13 % der gesamtdeutschen Menge. Über ein Drittel entfällt allein auf Schleswig-Holstein.



» Download: Erzeugte Menge Fisch aus Aquakulturen 2018 [Grafik] [Daten]


Erntemengen auf Landkreisebene 



» Download: Erntemengen der wichtigsten Feldfrüchte 2016 [Grafik] [Daten


Das Lausitzer Revier zeichnet sich insbesondere durch hohe Roggen- und Silomaiserntemengen in den brandenburgischen Landkreisen aus. In Görlitz und Bautzen sind im Gegensatz dazu hohe Erntemengen an Weizen, Gerste und Zuckerrübe auszumachen. Im Mitteldeutschen Revier ist die Ernte von Weizen, Zuckerrüben und Silomais von zentraler Bedeutung. Gerste und Winterraps werden ebenfalls in signifikanten Mengen geerntet.

Obwohl flächenmäßig mehr Getreide angebaut wird, fallen die ertragreichen Feldfrüchte Zuckerrübe, Kartoffel und Silomais aufgrund ihres hohen Wassergehalts bei der Ernte stärker ins Gewicht. Silomais wird im Gegensatz zu anderen Feldfrüchten außerdem als ganze Pflanze geerntet – was ebenfalls in einer größeren Menge Frischmasse resultiert.

In Summe wurden 2016 im Mitteldeutschen Revier ca. 6,5 Mio. t FM der dargestellten Anbaukulturen geerntet. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Lausitzer Revier mit ca. 3 Mio. t FM. Hervorzuheben sind die 1,7 Mio. t FM Weizen und 1,3 Mio. t FM Zuckerrübe im Mitteldeutschen Revier. Werden beide Reviere zusammen betrachtet, beläuft sich die Silomaisernte auf insgesamt 4 Mio. t FM. Die höheren Erntemengen im Mitteldeutschen gegenüber dem Lausitzer Revier ergeben sich aus den größeren Anbauflächen und den teils höheren Erträgen der Feldfrüchte.


Extreme Wetterereignisse führen zu Ernteeinbußen 

Die Erntemengen werden zum Einen durch veränderte Anbauflächen und zum Anderen durch den von klimatischen Bedingungen abhängigen Flächenertrag beeinflusst. Bei der Ertragsentwicklung der ausgewählten Feldfrüchte zeigt sich, dass der Ertrag insbesondere in den Jahren 2011 und 2018 stark eingebrochen ist. Im Jahr 2011 ist dies durch eine Frühjahrstrockenheit, Spätfröste im Mai und Regenfälle zur Erntezeit begründet.[1] Im Jahr 2018 kam es speziell im Norden und Nordosten Deutschlands zu einer extremen Trockenheit bis zum Erntezeitraum und entsprechend erheblichen Ertragseinbußen.[2] [3] Nachfolgend wird das Jahr 2016 im zeitlichen Verlauf eingeordnet, da für dieses Bezugsjahr Daten auf Landkreisebene vorliegen.

In den folgenden Abbildungen sind die Erträge ausgewählter Anbaukulturen in Dezitonnen pro Hektar (dt/ha), bezogen auf die Frischmasse, für den Zeitraum von 2010 bis 2018 auf Bundeslandebene und für Deutschland dargestellt. Zusätzlich wird jeweils ein durchschnittlicher Ertrag aus den letzten neun Jahren abgebildet. Neben der zeitlichen Veränderung der Anbauflächen (↑)  können die Erntemengen ausgewählter Feldfrüchte 2018 (↑) und der wichtigsten Feldfrüchte 2016 (↑) für die Bezugsjahre 2018 und 2016 besser eingeordnet werden. Dabei wird deutlich, dass die Erntemengen des Jahres 2018 (↑) stark unterdurchschnittlich sind.




» Download: Entwicklung der Winterweizen-Erträge 2010 bis 2018 [Grafik


Winterweizen wird zu über 90 % auf deutschen Weizenanbauflächen ausgesät Die erzielten Erträge liegen in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen leicht und in Brandenburg stark unter dem nationalen Durchschnitt. Überdurchschnittlich hoch sind die Erträge in den Jahren 2014 und 2016 ausgefallen. Im Vergleich zu 2018, als die Erträge aufgrund der extremen Trockenheit eingebrochen sind, müssen die Erntemengen aus 2016 als deutlich höher eingeschätzt werden. Insgesamt schwankt der Ertrag aufgrund klimatischer Bedingungen im zeitlichen Verlauf der letzten neun Jahre stark.



» Download: Entwicklung der Roggen- und Wintermenggetreide-Erträge 2010 bis 2018 [Grafik]


Analog zu den Winterweizen-Erträgen verlaufen die Erträge für Roggen und Wintermenggetreide im Betrachtungszeitraum. Lediglich in der Reihenfolge der Erntemengen zwischen den Bundesländern sind Unterschiede zum Winterweizen zu erkennen. Thüringen hat zwischen 2010 und 2018 mit Abstand die höchsten Erträge erzielt, gefolgt vom bundesweiten Durchschnitt, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.
 



» Download: Entwicklung der Wintergerste-Erträge 2010 bis 2018 [Grafik]


Bei Wintergerste orientiert sich die Ertragsentwicklung an den vorigen Getreidesorten (Winterweizen, Roggen). Die Erträge von 2016 befinden sich nah am Durchschnittswert der letzten neun Jahre oder entsprechen diesem, wie im Falle von Brandenburg. Folglich stehen die Erntemengen des Jahres 2016 in Brandenburg stellvertretend für das letzte Jahrzehnt. Auch für Wintergerste wurden im Mittel in Thüringen die höchsten Erträge erzielt, gefolgt von Deutschland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.



» Download: Entwicklung der Kartoffel-Erträge 2010 bis 2018 [Grafik


Die zeitliche Entwicklung der Kartoffel-Erträge macht deutlich, dass in Sachsen-Anhalt im Durchschnitt die höchsten Hektarerträge erzielt wurden. Es folgen der deutschlandweite Durchschnitt, Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Im Jahr 2016 wurden in allen Bundesländern Erträge erzielt, welche entweder leicht unter oder über dem Durchschnitt liegen, aber durchaus repräsentative Werte widerspiegeln. Analog zu den Getreideerträgen brachen auch die Kartoffel-Erträge infolge der Trockenheit im Jahr 2018 ein. Ein weiteres Jahr mit erkennbaren Ertragseinbußen ist 2013. In Sachsen lag der Ertrag 30 % und in Thüringen 25 % unter dem neunjährigen Mittelwert. Gründe hierfür sind in der kühlen, nasskalten Witterung während der Pflanzzeit, einer anhaltenden Hitzewelle im Juli sowie örtlichem Starkregen und Hagel zu sehen. [4



» Download: Entwicklung der Zuckerrüben-Erträge 2010 bis 2018 [Grafik

Im Durchschnitt wurden in der Reihenfolge – Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg – die höchsten Erträge beim Zuckerrübenanbau erzielt, welche jeweils unter dem bundesweiten Durchschnitt liegen. Für das Jahr 2016 ist in allen betrachteten Bundesländern sowie in Deutschland ein Ertrag über dem neunjährigen Mittel von 2010 bis 2018 zu registrieren.



» Download: Entwicklung der Winterraps-Erträge 2010 bis 2018 [Grafik


Um die Erntemengen von Winterraps in 2016 einzuordnen, müssen die Bundesländer differenziert betrachtet werden. So lag der Ertrag der Winterrapsernte 2016 in Brandenburg deutlich unter dem Durchschnittswert von 2010 bis 2018. In Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen hingegen wurden Erträge leicht über dem Durchschnitt erzielt. Auch bei dieser Feldfrucht kann Brandenburg die Erträge der anderen Bundesländer nicht erreichen. Thüringen liegt leicht über dem bundesweiten Durchschnitt, Sachsen und Sachsen-Anhalt entsprechen genau diesem.



» Download: Entwicklung der Silomais-Erträge 2010 bis 2018 [Grafik]


Bei der Silomais-Ernte sind auch deutliche Ertragsschwankungen zwischen den Jahren 2010 und 2018 zu erkennen. In den vier Bundesländern konnten jeweils nicht die Erträge erzielt werden, welche in Deutschland durchschnittlich sind. Brandenburg, wo der Ertrag für Silomais im Jahr 2016 dem neunjährigen Durchschnittswert entspricht, ist an letzter Stelle einzuordnen. In Sachsen-Anhalt und Thüringen lag der Ertrag im selben Jahr unter dem bundeslandspezifischen Durchschnitt. In Sachsen wurde 2016 hingegen der Durchschnittswert signifikant überschritten.


» Download: Erträge im zeitlichen Verlauf 2010 bis 2018 [Daten]


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Quellen

[1] Agrar heute (2011): Erntebericht 2011: Extreme Witterung schmälert Erträge. Hg. v. Agrarheute. Online verfügbar, zuletzt aktualisiert am 01.09.2011, zuletzt geprüft am 15.05.2020.

[2] Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) (2018): Ernte 2018. Mengen und Preise. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 15.05.2020.

[3] Zinke, Olaf (2018): Schlechteste Getreideernte seit vielen Jahren. Ernteprognose. Hg. v. Agrarheute. Online verfügbar, zuletzt aktualisiert am 12.07.2018, zuletzt geprüft am 15.05.2020.

[4] ↑ Proplanta - Das Informationszentrum für die Landwirtschaft (2013): Kartoffelerträge liegen weit unter Durchschnitt. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 20.07.2020.