Motorprüfstand

Vor dem Hintergrund der komplexen Anforderungen an Kraftstoffe im Verkehrssektor betreibt das DBFZ einen Motorprüfstand für Forschungszwecke. Primäres Ziel ist die Erprobung (neuartiger) erneuerbarer Kraftstoffe in einem Verbrennungsmotor.

Im Speziellen sollen mit Hilfe des Einzylinderforschungsmotors die thermodynamische Umsetzung (z. B. Leistung und Verbrauch), gesetzlich limitierte und nichtlimitierte Schadstoffe, Motorölverdünnung und der Einsatz von Abgasnachbehandlungssystemen bezüglich des Kraftstoffs untersucht werden. Für diese Zwecke stehen eine Reihe unterschiedlicher Mess- und Analysetechniken zur Verfügung. Die Abgasemissionen können u. a. mittels FTIR-Spektrometer, Smokemeter, PMD, FID, Lambdameter und NDIR bestimmt werden. Weitere Analysemöglichkeiten bestehen in Kombination mit dem hausinternen Analytiklabor. Die Verbrennungsanalyse erfolgt mittels einer Hochdruckindizierung, bei welcher der Brennverlauf online visualisiert wird. Des Weiteren können mit Hilfe einer frei programmierbaren Steuerung motortypische Eigenschaften wie z. B. Drehzahl, Last, Raildruck, Ladeluftdruck, Motoröltemperatur und Kühlwassertemperatur frei konditioniert und kontinuierlich aufgezeichnet werden. Die modulare Bauweise des Prüfstands ermöglicht es außerdem, verbrennungsmotorische Anpassungen schnell und eigenständig durchzuführen.

Um die hohen Anforderungen an Abgasnachbehandlungssysteme auch mit erneuerbaren Kraftstoffen besser bewerten zu können, hat das DBFZ einen Katalysator-Alterungsprüfstand im Labormaßstab in Betrieb genommen, bei dem die Katalysatorproben mit Verbrennungsabgasen eines Kraftstoffbrenners beaufschlagt werden. Der Versuchsstand ermöglicht somit bereits in der Entwicklungsphase von Katalysatoren eine Analyse bezüglich deren Eignung gegenüber verschiedenen Kraftstoffen und Umgebungsbedingungen.

Mit Hinblick auf eine stetige Durchdringung der Elektromobilität in Deutschland können technische Potenziale an einem eigens dafür aufgebauten Versuchsstand für Range-Extender-Module und einem Elektrofahrzeug mit integrierten Range-Extender betrachtet werden. Regenerativ betriebene Elektrofahrzeuge in Kombination mit regenerativ betriebenen Range-Extender-Modulen können Vorurteile bezüglich Elektromobilität abbauen und geben gleichzeitig neuartigen Kraftstoffen eine Chance, die nur in geringen Mengen regional verfügbar sind.

 

 

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